Über

Dies ist mein persönliches Tagebuch um Anderen eine Sicht auf die Erkrankung der bipolaren Störung zu geben. Es sind persönliche Erfahrungen und Gedanken und ein Teil meiner Selbsttherapie. Hier ein kleiner Einblick in mein tägliches Leben und Denken. Viel Spaß

Alter: 24
 


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Blog

Ein Bisschen Vergangenheit

Hallo Liebe Leser/innen, heute möchte ich euch ein bisschen von meinem Felsbrocken im Leben erzählen. Familie bedeutet mir sehr viel. Es gibt mir halt. Jedenfalls der Gedanke daran. Wenn man oft Menschen verliert, klammert man sich an jeden Strohhalm der einem Begegnet. Ich habe früh meine Mama verloren, da war ich 12. Sie starb bei einem Motorrad- Unfall. Es mag doof klingen, aber ich habe es gespürt. Ich habe sehr mit diesem Verlust zu kämpfen. Meine zwei Geschwister und ich sind alleine mit meiner Mama groß geworden. Sie war eine sehr starke Frau. Meine Heldin. <3 Ständig frage ich mich wie es wäre wenn sie noch am Leben, und bei mir wäre. Erreichbar für Gespräche und einfach mal für Ihr Lachen. Es war das schönste auf der Welt. Manchmal denke ich an sie und dann freue ich mich, weil ich sie scheinbar lachen höre. Und im nächsten Moment tut es sehr weh. Es zerreist mir das Herz. In tausende kleine Teile. Unmöglich diese zusammen zu setzen, weil so viele Teile fehlen. Ich habe nach dem Tod meiner Mama, bis zur Beerdigung, bei meiner Oma gelebt. Ich liebe Sie sehr... <3 Sie hat viel mit mir über meine Mama gesprochen. Und mir ein Stück von Ihr gegeben. Ich hatte leider nicht die Möglichkeit meine Mama länger kennen zu lernen. Meine Oma gab mir ein Stück davon. Nach der Beerdigung lebte ich bei meinem "Vater". (bewusst in "") Er war nie für uns Kinder da. Mal kam er uns besuchen, mal nicht. Aber eindeutig zu oft nicht. Er hat sich in meinen Augen nie die Mühe gemacht uns wirklich kennen zu lernen. Das ist nach 6 Wochen so eskaliert das ich zu meiner Tante kam. Bei der auch meine Schwester lebte. Sie ist die Schwester meiner Mama. SO hart das jetzt klingt aber Sie ist kein Mensch der es mit Zuneigung hat. Geschweige denn mit reden. Ich habe in den Ganzen 5 Jahren bei ihr nicht einmal geschafft mit ihr über irgendwelche Probleme oder Gedanken zu reden. Mit 17 bin ich ausgezogen... Zum Glück.... sonst wäre es auch eskaliert. Ich habe Ihr oft viele Vorwürfe gemacht. Aber heute denke ich mir das es falsch war. Sie hat Ihre Schwester verloren. Und selbst getrauert. Das hab ich nicht sehen können. Ich hatte meinen Verlust vor den Augen, und war egoistisch. Ich habe mir meine Mama gewünscht um mit ihr darüber zu reden. Doch sie kommt nie mehr zurück und das belastet mich. Heute mehr denn je. Ich bin Erwachsen. Und mit dem Älter werden kommen größere Probleme. Ich liebe dich Mama. Bis Bald

30.7.15 13:28, kommentieren

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Der Knall nach dem Hoch

Hallo Ihr Lieben, Die Überschrift sagt mehr oder minder eigentlich alles. Ich dachte das es mir soweit gut ging. Derzeit mach ich etwas Erholungsurlaub in Bayern. Aber gestern Nacht ging es mir sehr schlecht. Ich hatte einen gepflegten Nervenzusammenbruch. DAs hat mich sehr aus der Bahn geworfen. Ich hatte den Tag über ständig mit Tränen zu kämpfen und sehr viele wirre Gedanken im Kopf. Abends als ich schlafen gehen wollte schlug es zu. Manchmal spüre ich es Tage bevor ein Tief kommt schon und versuche bewusst dagegen zu arbeiten. nur ging es dieses Mal schneller als erwartet. Ich lag also im Bett und fing an zu weinen. Nur ist es nicht das weinen wenn man sich stößt oder einfach etwas schlimmes passiert ist. Es ist wie ein tonnen schwerer LAster der auf die Brust drückt und dich lähmt, der dir die Luft zum atmen nimmt und dich wirklich sehr aufwühlt. Ich hatte so etwa sschon lange nicht mehr. Einen bestimmten Auslöser dafür muss es nicht geben, denn es kommt wie es will. Manchmal eben mit Vorankündigung und manchmal eben nicht. Im bipolaren bin ich ein Rapid Cycler. Das heißt ich habe mehrere Phasen innerhalb eines Jahres. Manchmal wird das auch zum Ultra Rapid Cycling. Das heißt ich habe mehrere Phasen innerhalb eines Monats. Es muss nicht immer einen Ausschlaggebenden Grund dafür haben das meine Stimmung wechselt. Was übrigens sehr anstrengend für mich und meine Umwelt sein kann. Oder meistens ist. Auch wenn ich noch so jung bin, so habe ich schon viele Menschen durch meine Krankheit verloren. Ich habe Dinge getan auf de ich nicht stolz bin und habe durch mein Verhalten auch sehr viele Menschen verletzt. Vor allem aber meine Partner. Mich als feste Lebensgefährtin zu haben ist wahrlich nicht einfach und das geht auch nicht nur mir so. Laut Statistik haben ungefähr 2 Millionen Menschen in Deutschland eine bipolare Depression. Ich bin sehr sprunghaft und auch zielsicher.... Gegensätze. Ein Teil meiner Krankheit. Und sie bestimmen mein ganzes Leben. Vieles in meinem Verhalten ist für Außenstehende und auch für mich unerklärlich und schon gar nicht nachvollziehbar. Anders zu sein bestimmt meinen Alltag und Menschen zu finden oder begegnet zu sein die das Teilen oder versuchen zu verstehen ist sehr schwer. Mir fällt oft die Decke über dem Kopf zusammen und ich scheitere oft an scheinbar kleinen Aufgaben und alltäglichen Handlungen. Sowas tut mir weh. Ich könnte jetzt noch viel mehr erzählen, aber das verschiebe ich auf später. Bis bald

28.7.15 14:30, kommentieren